Berichte von Till Friedrich mit etwas Rücksicht auf nicht mit der Sportschifffahrt Vertraute. Kenntnisreichere Leser mögen über einige Erläuterungen auf Klippschul-Niveau für Nicht-Schiffer hinwegsehen.

Sonntag, 1. Juni 2014

PARIS - Nous sommes arrivée – We made it – Wir haben es erreicht!

Samstag, 31.05.
Reuil – Paris, Port d'Arsenal
blau, angenehm, später Wolken
So, heute haben wir es geschafft, von Reuil 25,5 Meilen=47,2 KM und 2 Schleusen, die Seine in all ihren Schleifen durch Paris einschließlich der mit dichtem Ausflugsbooten (Bateaux Mouches) gesegneten Strecke vom Eiffelturm bis zur Isle de la Cité haben wir tolle Aussichten und Einsichten gehabt, um schließlich nach 5 Stunden den Hafen Arsenal ( der gleichzeitig der Beginn des Canal St.Martin ist), direkt an der Place de la Bastille zu erreichen.

Wir hatten gestern telefonisch uns angemeldet, trotz 180 Plätzen im Hafen ist der immer gut belegt, aber wir haben noch einen Platz bekommen. Es ist ja noch Vorsaison und wir haben auf der Herfahrt von Lille bis Paris auch nur  maximal 10 Bateaux de Plaisance, also Sportboote gesehen. Aber im Hafen sind auch viele Dauerlieger, so dass das Platzangebot begrenzt ist. Im Sommer sicher schwierig. Aber unsere Schweizer Ratgeber hatten recht: es ist eine beeindruckende Fahrt über die Seine mitten durch die Stadt mit all ihren bekannten und  eindrucksvollen Bauten, wie z.B. die Notre Dame aus der Tiefe des Fahrwassers.

Der Verkehr zwar dicht, aber wenn man das mit dem Ausflugsbootverkehr am Berliner Spreebogen vergleicht...Ich meine, die Berliner Ausflugsbootkapitäne sollten mal ein Austauschprogramm mit den Parisern machen, um nur etwas von der Höflichkeit und Gelassenheit der Pariser anzunehmen.
"Est-ce-que je pourrais vous passer? Mais oui, pas de problème!" Auf die Frage, ob man ein Ausflugsschiff passieren könnte, würde man in Berlin als Sportbootfahrer, wenn überhaupt, höchstens eine raunzige Antwort bekommen. Ganz zu schweigen bei Fragen nach der besseren Route. Monsieur, prenez le bras á gauche, c'est mieux. So geht's doch auch.
Jedenfalls geniessen wir jetzt Paris sozusagen aus der ersten Reihe am Abend bei einem Absacker.


Übrigens waren es von Wiesmoor bis Paris jetzt 596 Meilen oder 1103 KM, bei 157 Maschinenstunden und 650 Liter Diesel. Schleusen müssen wir noch nachrechnen, aber so 50 - 70 werden es gewesen sein.
Knapp 200 Schleusen bis zu unserm nächsten Ziel, St. Jean de Losne (Nähe Dijon) werden es noch sein.


Sonntag, 1.Juni - Dienstag, 3.Juni
Wetter einigermaßen - Sonne mit Wolken, ganz selten ein paar Tropfen, mal warm und dann muß man wieder eine Jacke anziehen, weil ein kühles Lüftchen weht.
Wir haben uns die letzten Tage die Füße platt gelaufen: Isle de la Cité, Jardin du Luxembourg, Champs Elysée und gestern vor allem der Flohmarkt an der Porte de Clignancourt.

Am Sonntag dachten wir , ganz pfifig zu sein, denn das war der erste Sonntag im Monat und da sind die Pariser Museen eintrittsfrei. Hurra, wir geh'n (nicht ins Maxim, sondern) ins Musem Quaie d'Orsay und schauen uns die van-Gogh-Ausstellung an. Da aber noch ein, zwei andere Menschen auf diese Idee gekommen sind,

haben wir davon abgesehen und sind stattdessen zum Jardin du Luxembourg gewackelt.
"Mit einem Dach und seinem Schatten
dreht sich eine Weile der Bestand
von Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert eh' es untergeht.
Und dann und wann ein weißer Elefant..."

Das Karussel haben wir leider nicht gefunden, bzw. wollten wir nicht unsere heißen Füsse noch an das andere Ende des Parks bewegen.

Stattdessen habe ich im Park ein wenig Autorität ausgestrahlt


 und - 


 dann und wann - niedergeschlagenen Damen Mut zugesprochen.
Am Place de Vosges ist es übrigens auch sehr schön.

Und nach allen Märschen und Metro-Fahrten - Einzelticket 1,70 €, 10 Stück 13,70 € - haben wir uns in unserer privilegierten Lage auf dem Achterdeck unseres Schiffes entspannt und den Blick über den Hafen schweifen lassen:
Der Liegeplatz kostet übrigens für unser Größe (ab Juni) etwas über 40 €, im Monat gut über 500 € und das ganze Jahr rd. 5.200 € - billiger kann man wohl in Paris kaum eine Wohnung haben. Das scheinen sich auch einige im Hafen liegende gedacht zu haben, der Hafen ist jedenfalls voller Dauerlieger.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Es geht weiter...Antwerpen bis Kettenmonster

(Ich habe wirklich vor, die Daten unten - soweit noch nicht geschehen - mit Texten zu füllen)

Montag, 5. Mai
Bergen-op-Zoom – Antwerpen
sonnig, etwas wärmer
Dienstag, 6. Mai
Antwerpen – Liegetag
vormittags grau, bis abend sonnig, dann Regen
Mi,ttwoch 7. Mai
Antwerpen – Temse (Schelde)
grau, Schauer, kräftiger Wind
Donnerstag, 8. Mai
Temse – Gent
grau, ab Mittag Dauerregen, kühl, sehr windig
Freitag, 9. Mai
Gent – Liegetag
heiter -wolkig, kühl, windig
Samstag, 10. Mai
Gent – Deinze (Leie)
Dauerregen bis nachmittag
Sonntag, 11. Mai
Deinze -Kortrijk
grau, kräftiger Wind, 11°
Montag, 12. Mai
Kortrijk – Liegetag
Bis 11:00 Dauerregen, dann aufgelockert
Dienstag, 13. Mai
Kortrijk – Wambrechies (Lille)
morgens Regen, später zunehmende Besserung und sonnig
Mittwoch, 14. Mai
Wambrechies – Liegetag
blau, später wolkig
Donnerstag, 15. Mai
Wambrechies – Liegetag
blau, kühler Wind
Freitag, 16. Mai
Wambrechies – Courcelles
blau mit Schleierwolken
Samstag, 17. Mai
Courcelles – Bassin Ronde/bei Estr?
sonnig, wärmer
Sonntag, 18. Mai
Bassin Ronde/bei Estr? - Cambrai
sonnig und warm
Montag, 19. Mai
Cambrai – Liegetag
sonnig und warm
Dienstag, 20. Mai
Cambrai – Rue de Vignes
blau mit Schleierwolken, später zunehmende Bewölkung
Mittwoch, 21. Mai
Rue de Vignes – Vendhuile (vor Tunnel)

nach nächtl.Gewitter grau, abends Regen
Donnerstag, 22.Mai
Vendhuile – Sérancourt le Grand
Aprilwetter

Das Kettenmonster von St.Quentin
Unser Weg führte uns auch über den Kanal de St. Quentin, dessen Scheitelhaltung durch einen 5,6 KM langen Tunnel führt, den man als letzte Stück auf den französischen Kanälen nicht mit eigener Motorkraft befahren darf, sondern von einem an einer im Grund des Kanals liegenden  Kette sich entlangziehendem Urzeittechnikding durch den Kanal gezogen wird.
Der Versuch, ein Video davon auf diesem blog zu veröffentlichen, (mal sehen, ob die mobil-internet Karte von ORANGE das mitmacht.) Ist offensichtlich gelungen.
Freitag, 23. Mai
Sérancourt le Grand – Liegetag
bis ca. 14:00 sonnig+warm, dann Gewitterschauer

Samstag, 24. Mai
Sérancourt le Grand – Chauny
Schiffe erinnern an Freunde:

grau, später Aufheiterung, spätnachmittag Gewitterschauer

Sonntag, 25. Mai
Chauny - Compiègne
heiter -wolkig

Montag, 26. Mai
Compiègne -Jaux
Dauerregen

Dienstag, 27. Mai
Jaux - L'Isle d:Adam
grau, kühl, aber trocken, 13°

Mittwoch, 28. Mai
L'Isle d:Adam – Pontoise
bis mittag Nieselregen, nach kurzer Unterbrechung was? Ja, Regen

Donnerstag, 29.Mai (Himmelfahrt)
Pontoise bis Conflans, bei KM 71,3 in die Seine stromab bis Meulan (KM 93), gewendet und wieder stromauf bis zum Bootshafen "Val de Seine" gegenüber Verneuil (KM 89,4)
Wetter endlich etwas besser, trocken, ab und an Sonne und wärmer(!)
Heute das letzte Stück auf der Oise, die bei Conflans in die Seine mündet. Die Lateiner wissen es längst: Confluenza=Zusammenfluß, in Deutschland haben wir sowas ja auch, da heißt das Koblenz. Nur dort (in Koblenz) liegen bei weitem nicht so viele Schiffe wie hier in Conflans – St.Honorin, vor allem in der Seine kurz stromauf liegen in Viererreihen die alten Pénichen (klassische französische Lastkähne im Maß von 39 x 5 m, damit sie in die Schleusen passen, die der französische Minister Freycinelle Ende des 19 Jahrhunderts in ihren Maßen festgelegt hatte) Diese alten Penichen dienen nun als Schiffers letzte Heimstatt.

To whom it concerns: Vorbeifahrt auf der Oise, Eragny KM 12 10:40 mit Hupton

Wir waren aber noch neugierig wie es an der Seine aussieht stromabwärts der Mündung der Oise und sind dann noch bis Meulan gefahren, um dort zu wenden und ein Stück wieder stromauf in den auf der linken Seite (Flußufer werden immer in Fließrichtung bezeichnet, stromauf ist das linke Ufer also an des Schippers rechten Seite = Steuerbord) in ein Baggerloch mit verschiedenen angegliederten weiteren Baggerlöchern zu fahren, mit allen möglichen Freizeitaktivitäten von Schwimmbad über Tretboot bis angeln, wohnen, etc. Dieses Konglomerat wird von den Investoren "Val de Seine" genannt, hat wohl auch nicht so ganz den wirtschaftlichen Erfolg, trotzdem werden happige Preise verlangt, für das Bootanlegen pro Nacht 2,10 €/lfd Meter, für uns – im Hafen ist das 11,5 m lange Boot merkwürdigerweise immer nur 11m lang – also 23,10 €, so ziemlich das Doppelte der Durchschnittspreise. Und keinerlei Einrichtungen dabei wie Duschen oder sanitäre Anlagen. Nur Wasser und Strom (4 € extra), der aber für uns unerreichbar war trotz der direkt neben dem Schiff befindlichen Steckdose. Die hatte aber große Euro-Steckdosen 32 Ampère wie sie beispielsweise Marktbeschicker benötigen. Mit der Folge, dass ich bei meiner ganzen Steckersammlung in allen Variationen dennoch hilflos und eben stromlos dastand, denn solche Steckdosen an Anlegeplätzen habe ich noch nie erlebt. Einmal ist ebne immer das erste Mal. Aber es war schön dort und ruhig und wir hatten ein längeres Kläfchen (rheinisch für Schwätzchen) mit Schweizern, die ihr Boot hier liegen haben, in Paris wohnen und immer am Wochenende hierher kommen. Die haben mir auch die Idee ausgeredet,  Paris sozusagen über die Hinter- oder Nebentür zu erreichen, nämlich über den Kanal St. Denis, der die Stadt nordwestlich umrundet, um dann in das Becken von La Villette zu führen. Die x Schleusen, die man da bewältigen muß, schrecken uns nicht, auch nicht die Fahrt sozusagen durch die Hinterhöfe der Stadt, aber die Ortskundigen haben uns eindringlich die Fahrt über die Seine an der beeindruckenden Stadtsilhouette u.a. an der Isle de la Cité und Notre Dame vorbei angeraten. Ich hoffe, der Verkehr ist nicht so schlimm mit den Ausflugsbooten wie am Spreebogen in Berlin, damit der Skipper auch mal den Blick vom Wasser aufwenden kann. On verra!


Freitag, 30. Mai
meist bedeckt, Spätnachmittag sonnig, warm
Verneuil die Seine wieder stromauf, Richtung Paris, bis Reuil (KM 45,2)



Freitag, 23. Mai 2014

Amsterdam über Gouda, Dordrecht, Schelde-Rhijn-Kanal, nach Bergen op Zoom, letzte Station vor Belgien

Donnerstag, 01.05. ist der Tag der Arbeit und in Holland kein Feiertag. Dennoch waren für die Jahreszeit hier schon recht viele Bootsfahrer unterwegs. Offensichtlich ist die Woche nach Ostern, gepaart mit Koningdag, Dag van de Arbeid, und 5.Mai, Befrijdingsdag doch Ferien- und Urlaubszeit. (Eben nachgeschaut: Schulferien in Holland vom 26.04. - 05.05.)
Wir arbeiten heute vorsichtshalber nicht, sondern fahren mit dem Boot mitten durch Amsterdam, nachdem wir vorher einem unwesentlich größeren Kollegen die Vorfahrt gelassen haben, der von See über den Ij kommenden AIDA Sol, gebaut von der MeyerWerft in Papenburg an der Ems.



Vom Sixhaven kreuzen wir den Ij und kommen über die Nieuwe Heerengracht in die Amstel, durchfahren auf ihr das nebelgraue Amsterdam bei zunehmend ländlicherer Anmutung mit zunehmend prächtigeren Anwesen rechts und links am Ufer. Langsam kämpft sich die Sonne durch und an der Tolhuizsluis (hat nichts mit Nervenkranken, sondern mit Zoll zu tun) erreichen wir den Aarkanal, der schließlich den Oude Rhijn kreuzt, hier biegen wir nach rechts auf denselben ab, um nach kurzer Fahrt und drei Brücken (an einer gab's reparaturbedingt kurzen Aufenthalt) Alphen a/d Rhijn zu erreichen, wo wir an einer Kaimauer vor einem Cafe für die Nacht festmachen. Eigentlich gibt es am Ende des Städtchens einige Liegeplätze, die aber von Dauerliegern und einem kleinen Boot belegt waren. In der Saison hätte man wohl einige Schwierigkeiten, hier Platz zu finden. Wo wir festgemacht haben, bedeutete ein Schild, dass festmachen nur tagsüber für einige Stunden erlaubt sei.




Wir haben hier gut gelegen (ohne Strom und Wasser) in der Nähe zu einigen Restaurants und Geschäften (u.a. einem ANWB-Shop, in dem ich mein Kartenmaterial auffrischen bzw. ergänzen konnte) Im von uns erwählten Restaurant gab's Spareribs zum Abwinken, für Freund Klaus also kein Halten mehr. Ich erwählte zur Abwechslung ein Wiener Schnitzel.
Freitag,2.05. grau und regnerisch, kalter Wind. Dazu passte, dass beim Wiedereinbiegen in den Aarkanal Richtung Gouda, gleich beide Brücken wegen Stromausfall nicht funktionierten.Unter der einen kommen wir gerade so durch, die nächste aber, eine Eisenbahnbrücke, ist so flach, dass selbst eine Sloep, deutsch Schaluppe, in den letzten Jahren bei Holländern immer beliebter werdende 6 – 8 Meter offene Boote, meist edel mit viel Teak und riesigen Flaggen ausgestattet,nicht durchfahren konnte. Berufsschiffe stauten sich auf, fragten zunehmend ärgerlich werdend nach den Ursachen. Soweit ich das am Funk verstanden habe, gab es keine Verbindung zu den zuständigen Eisenbahnleuten seitens der sonst für die Brücken verantwortlichen Menschen welcher auch immer zugeordneten Behörde. Wir hatten um 10:25 Uhr als erste festgemacht, im Laufe der Zeit kamen immer mehr Boote hinzu, zwei Berufsschiffe ließen ihre leeren Ladeflächen mit Wasser vollaufen und kamen so unter der ersten Brücke spektakulär mit heruntergefahrenen Steuerhäusern lavierend zentimeterknapp hindurch.

Die Eisenbahnverwaltung glänzte weiter laut diverser Funkdurchsagen durch Kommunikationsarmut, wir haben uns wegen lausigen Wetters unter Deck verzogen und ein wenig geplaudert, als wir kurz vor 15:00 ein kurzes Hupsignal hörten. Wir schauen nach draußen, wie von Zauberhand geht die Eisenbahnbrücke auf, und viel zauberhafter, alle Boote außer uns hatten das scheinbar mitbekommen, wir nicht, über Funk war jedenfalls kein Hinweis gekommen. Aber wir haben schnell die Leinen los geworfen und sind als letzte noch durchgeflutscht, dann machte die Brücke wieder zu – Züge im Wasser hat ja auch niemand gern – und die Gegenrichtung, bei der sich auch jede Menge Schiffe aufgestaut hatten, schaute in die Röhre, mußte also liegen bleiben. Wie das ausgegangen ist, wissen wir nicht. Bei etwas trockenerem Wetter haben wir durch einige weitere Brücken die Strecke nach Gouda in knapp zwei Stunden bewältigt, und machen dort kurz vor 17:00 unsere Leinen an der städtischen Kade fest. Es gibt Strom und Wasser und das Liegegeld, am folgenden Morgen kassiert, ist zivil, 12,00 €.

Am Abend ein Rundgang durch die wirklich schöne Altstadt, mit in spektakuläres Abendsonnenlicht

getauchten Renaissance- und Barockgebäuden, im urigen holländischen Eetcafé, Tante Anna oder so ähnlich, haben wir gut gespeist. Ich habe es mir nicht gemerkt, aber Klaus könnte an seinem letzten Abend nochmal Sparribs gegessen haben, ich hatte Ribeye-Steak.
Samstag, 03.05. kühl, aber sonnig ist es, um 09:30 trifft Heiko aus Ostfriesland ein, der Freund Klaus als Mannschaftsmitglied ersetzt, der unbedingt noch ein bisschen in die Toskana muss. Der Mannschaftswechsel bringt auch Vorratsergänzung in Form von last not least wichtigem Getränkematerial mit sich. Ich spreche von zwei Kästen JEVER Bier, die uns bisher und auch künftig vor so merkwürdigen Getränken wie HEINEKEN oder ähnlichem bewahren.
Heiko und ich verabschieden Klaus, machen noch einen Stadtrundgang, der am Abend noch völlig leere Platz in der Stadtmitte ist von buntem Markttreiben erfüllt. 11:30 geht’s dann weiter über die Hollandse Ijssel, vorbei an Capelle a/d Ijssel, Nieuwe Maas. Dort tanken wir an einem Bunkeerboot vergleichsweise günstig für 1,47 €/ltr. Dann ein Stück Leek, in den oder die Noord, bis wir 15:30 Dordrecht erreichen und dort im Hafen nach Überwindung einer Brücke und schwierigen Rückwärtsmanövern an einem andern Boot festmachen.

Liegegeld 17,00 € incl Strom und Wasser, heute gibt's abends mal nach Stadtrundgang Hamburger für 11,95.
Sonntag, 04.05. habe ich gar nicht erst versucht, einen Bäcker (warme Bakker, die sind aber nicht schwul) zu finden, es gibt in der Pfanne getoastetes holländisches Weißbrot. Wie ein ganzes Volk, ohne zu murren, den Terror eines Berufsstandes erträgt, der weder früh aufsteht, noch Brot bäckt, daß der deutsche Graubrotfanatiker und Brötchenliebhaber noch der Baguette und Croissant verwöhnte Franzose ohne größere Revolutionen ertragen würde, ist einfach bewundernswert. Aber schöne Städte haben sie – die Holländer. Von 09:50 bis 15:30 sind wir bei sonnigem, aber kühlem Wetter über das Hollandse Diep, die Volkeraaksluis und schließlich über den Schelde-Rhijn-Kanal nach Bergen op Zoom gelangt, der letzten Stadt in den Niederlanden auf unserer Reise.

Ein viertelstündiger Spaziergang bringt uns vom Jachthafen (Liegegeld 17 € incl. Wasser und Strom) in der Nachbarschaft von Getreidesilos und Containerladestationen in eine wiederum wunderbare Altstadt mit Marktplatz und stolzem Rathaus aus den Zeiten des Gouden Eeuw.

Heute übrigens mal chinesisch-indonesisches Buffett – all you can eat – alles sehr gut und für 17,00 € absolut reell.



Montag, 19. Mai 2014

Bootsfahrt nach Paris 2014

Dieses Jahr soll es über Holland/Amsterdam und Belgien/Antwerpen und Gent nach Paris über Flüsse und Kanäle gehen. Elke möchte jedoch einmal den Frühling im eigenen Garten erleben und nicht schon gleich nach Ostern für Monate auf's Schiff.
Also, Freunde angefragt und so reisen zuerst Klaus (Wiesmoor – Gouda) und dann Heiko (Gouda bis Lille) als Reisebegleitung und Leichtmatrosen mit.

Wiesmoor bis Veenfahrt.
Ostermontag fahren Klaus und ich erst mal die 10 KM von unserem Liegeplatz in Wiesmoor bis zur Schleuse Wiesens auf dem Ems-Jade-Kanal, damit wir am nächsten Morgen gleich um 08:00 Uhr durch die Schleuse können. So ist auch am nächsten Morgen nicht nur die Sonne, sondern auch der eine Woche vorher angerufene Schleusenwärter pünktlich zur Stelle (wir schreiben den 22.04. und die Saison beginnt erst am 10.05.), mittags passieren wir bereits die Verbindungsschleuse bei Emden, um 13:30 schleusen wir in die Ems, die Tide ist günstig für uns und so brausen wir mit 15 KM/h mit der auflaufenden Flut gen Herbrum. Nach halbstündiger Wartezeit entschleusen wir dem widerlich gelben Flutstrom und schippern auf der nun idyllischen Ems bis Steinbild/Marinapark Ems, wo wir gegen 18:30 eintreffen. Ein Schnitzelessen im Hafenrestaurant beschließt den erfolgreichen Tag – bisher habe ich es an einem Tag von Wiesmoor bzw. Wiesens noch nicht so weit geschafft.
Mittwoch 23.04. sind wir nicht ganz so erfolgreich, eine Schleusenreparatur beschert uns eine einstündige Wartezeit, dann geht’s weiter und um 13:30 Uhr verlassen wir die Ems bei Haren und schleusen in den Haren-Rütenbrock-Kanal. An dessen Ende ist aber erst mal Schluss, weil das holländische Schleusen- und Brückenpersonal für heute einen Feierabend schon um 15:15 Uhr beschlossen hatte. In den einschlägigen Publikationen (vom Almanak bis zu den Infoschriften der Provincie Drente) ist zwar von 17:00 Uhr die Rede, aber was soll's, am Ende des Kanals, schon auf holländischer Seite, bevor man nach links in die Veenfahrt oder nach rechts Richtung Stadskanaal einbiegt, liegt eine Tankstelle, die neuerdings auch einen Steg mit Diesel- und Benzinzapfsäule eingerichtet hat. Hier tanken wir zu zivilen Straßentankstellenpreisen (1,37 €/ltr) und dürfen die Nacht an diesem Steg liegen bleiben.

 Im daneben liegenden Imbiss, der eigentlich auch ein Restaurant ist, nehmen wir zur Abwechslung mal ein Schnitzel zu uns. Da taucht auf einmal der holländische Schleusenwärter auf und wir verabreden für den kommenden Morgen eine zivile Schleusungszeit. (09:00 Uhr).

Donnerstag, 24.04. brechen wir bei ziemlichem Nebel passenderweise zu unserer Reise durch das Moorgebiet auf, das die 2013 neu eröffnete Veenfahrt erschließt. Brücken wechseln mit Schleusen ab, die zügig für uns bedient werden.

Die Veenfahrt (Veen, ostfriesisch Fehn, heißt Moor) führt auch mitten durch das Veenmuseum, wo man anhalten könnte und neben den Torfabbaumethoden auch das Leben in einen Veendorf Anfang des vorigen Jahrhunderts studieren könnte, wir schippern gemütlich durch dieses Freilichtmuseum bei langsam sich durchkämpfender Sonne und über u.a. eine niegelnagelneue Doppelschleuse, die uns allein fünf Meter nach oben hieft.
Am Ende der Veenfahrt sind wir zur Mittagszeit angelangt, die Schleusenbedienung hat Pause and so do we. Am Nachmittag gelangen wir durch die „Verlengde Hogeveensche Vaart“ bis Geesbrug, einem kleinen Örtchen mit einem schönen Anleger, vor dem die sonst den Kanal begleitende und entsprechend laute Straße einen Bogen macht und so etwas vorm Traktorenlärm geschützt ist, die offensichtlich an diesem Tag unbedingt noch Gülle fahren, Saatgut einbringen, etc. wollen. Dummerweise waren wir solange mit dem zunächst nicht funktionierenden Stromanschluss beschäftigt, dass der kleine Laden im Dorf schon zu hatte. Inzwischen habe ich vergessen, was wir dort kaufen wollten, scheint also doch nicht so wichtig gewesen zu sein. Restaurant gab's auch keins, also auch kein Schnitzel. Das mitgeführte (Fertig-)Nudelgericht Bami (oder war's Nasi?) Goreng warmgemacht. Jever und anderes Bier hatten wir ebenso wie Wein und Schnaps genügend an Bord, eigentlich genug, um als männlicher Bootsfahrer zufrieden zu sein. Jedenfalls haben wir uns einige dieser Getränke auf dem Achterdeck zu Gemüte geführt, als sich ein Gewitter, zunächst nur ein bißchen, dann aber immer heftiger entfaltete. Wir haben unser Cabrioverdeck geschlossen, die Blitze, die gewaltigen Donnerschläge und das ungeheure Prasseln des Regens genossen und uns dabei unverdrossen weiter unterhalten (von wegen Männer sagen nichts), wobei aus der Unterhaltung eine ziemliche Schreierei wurde, um das Gewitter zu übertönen.

Weiter bis Amsterdam

Freitag, 25.04 wollten wir eigentlich nach Meppel weiterfahren, entschließen uns aber dann, es links (eigentlich eher rechts) liegen zu lassen und laufen um 16:00 den Stadthafen von Zwartsluis an, bzw. machen um dies Zeit an der Kade fest.

Abends gibt’s kein Schnitzel, sondern Spareribs bzw. Rumpsteak. Am Abend gab es zwar schon einen Vorgeschmack, die folgende Nacht jedoch war die Hölle: buchstäblich die ganze Nacht fuhren irgendwelche Wahnsinnige mit ihren ohne Auspuff infernalischen Lärm entwickelnden „Broomfietzjes“ (nach diesen Erfahrungen ein sehr verharmlosender Ausdruck) kreuz und quer und immer wieder bis halb sechs Uhr morgens durch die Stadt. Keine Polizei, keine Bürgerwehr, kein einsamer, aber umso gerechterer Django hat sie verhaftet, gehängt oder erschossen. Ob das eine Brauchtumsveranstaltung am Vorabend des am 26.04. in Holland begangenen „Koningsdag“ war? Wir wissen es nicht.
Samstag, 26.04. hat uns nach diesen Erlebnissen die tapfere Mannschaft in orangenen Kleidungsstücke und mit orangenen Kopfbedeckungen versehen nicht aus der Fassung bringen können, die vor einem Portrait des Königspaares mit Lautsprechermusik und Ansprachen vorbeikommende Passanten zum Mitsingen animiert haben. Ein „warmer Bakker“ hatte trotz Koningsdag bis 11:00 geöffnet, sodass ich etwas von dem herrlichen, Kühlschrankbutter sich aber hartnäckig verweigerndem holländischen Weißbrot zum Frühstück erstehen konnte. Dann Flucht aus diesem Ort der Liebhaber der Lautstärke über das Zwarte Water in die Randmeren und dort bis Elburg.


Trotz grauen Wetters hatte die Ausübung des Koningdages auch hier viele orangene Menschen zusammengeführt, mit Ach und Krach haben wir einen auf eine Stunde begrenzten Platz (nur „een Hoofdgericht!“)in einem Restaurant in diesem ebenso wie Zwartsluis sehr hübschen Städtchen ergattert und etwas Italienisches zu uns genommen. Jetzt ist klar, eine „Schnitzelreise“, wie Klaus und ich sie schon einmal zusammen unternommen haben, wird es nicht.
Sonntag, 27.04. ist leider auch grau und schlimmer, aus leichtem Niesel wird ein wahrer „Land“regen, obwohl wir uns auf dem Wasser bis Harderwijk fortbewegt haben, um dort in einem Hafen neben dem Delphinarium festzumachen, aus dem merkwürdigerweise hauptsächlich Seehundgebell zu vernehmen war. Heute abend wurde es griechisch, kein Schnitzel.
Montag, 28.04. habe ich mich per Fahrrad auf die Suche nach einem Bäcker begeben (keiner machte vor 09:30 Uhr auf, also wieder Toast morgens) und nach einem in meinem etwas betagten Navi verzeichneten Aldi, wo ich eine holländische Prepaidkarte für mein mobiles Internet erstehen wollte. Aber anscheinend wollen die Leute in Harderwijk nur ins Delphinarium und nicht zu Aldi, der hat daraufhin zugemacht. Nach dem Frühstück ein weiterer Rundgang durch dieses wunderschöne Städtchen mit alter Stadtmauer und entsprechenden Toren, das früher einmal ein Hafen an der Zuidersee (und sicher auch Hansestadt) war, nun aber an einem breiten Wasserarm zwischen altem Festland und neuem, dem Meer bzw. dem aus der Zuidersee (was Meer bedeutet) zum Ijsselmeer (was See bedeutet) verwandelten Gewässer abgepolderten Flevoland liegt. (Ich muss doch etwas kürzere Sätze machen). Um 11:30 Uhr geht’s weiter durch das Randmeer gen Westen durch die Nijbergschleuse, einen kurzen Schwenk durch den südlichen Zipfel des Ijssel- bzw. des Markermeers, Einfahrt in Muiderberg in die Vecht und bis ins malerische Weesp.

 Am Abend gibt’s mal wieder Sparerips.
Dienstag, 29.04.
In Weesp ist Markt, vormittags ein kurzer Rundgang, dann durchfahren wir Weesp und biegen in den Amsterdam-Rhijn Kanal, erreichen den Ij und kurz darauf, um 12:40 , machen wir unsere Leinen fest im Sixhaven gegenüber des Hauptbahnhofs von Amsterdam. Auf dem Ij liegen große Kreuzfahrtschiffe, die mit eigener Kraft ankommen und nur zum Anlegen etwas Bugsierhilfe in Anspruch nehmen. Und vom Sixhaven kommen wir zu Fuß nach Überquerung der benachbarten Schleuse mit einer Fähre in kürzester Zeit in die Innenstadt. Bei warmem, aber grauen Wetter machen wir einen ersten Rundgang, der uns so erschöpft, dass wir nach unserer Rückkehr auf dem Boot die müden Füße kühlen und beschließen, an Bord es uns dank vorfabrizierter Bratkartoffeln und dem einen oder anderen Bier gut gehen zu lassen.
Mittwoch, 30.04. scheint nach nebelgrauem Morgen ab ca. halb zwölf die Sonne, wir gehen los Richtung Innenstadt setzen wieder mit der merkwürdigerweise nichts kostenden Fähre über (jedenfalls haben wir keine Bezahlmöglichkeiten entdeckt, uns dabei aber auch nicht besonders angestrengt).

Zum Anne-Frank-Haus, das wir in Anbetracht der mindestens 500 Meter (!) langen Schlange nur von außen in Augenschein genommen und in der Nähe alternativ in der wärmenden Sonne einen Capuccino zu uns genommen haben. Rembrandt's Nachtwache haben wir uns lieber auf dem Rembrandtsplein als belebte Plastik angeschaut, nachdem wir uns durch eine typisch Amsterdamer Pizza gestärkt haben, die von einem ausschließlich Englisch sprechenden Personal serviert wurde.
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Ja, und jetzt ist schon der 19.05. und ich habe immer noch nichts weiter geschrieben und keine Fotos eingestellt, aber lieber Leser, es wird... inzwischen sind wir über Gouda, Antwerpen, Gent, Kortrijk und Lille nach Cambrai gelangt, in Gouda wechselte Heiko Klaus ab und vergangenen Donnerstag wechselte schließlich die beste aller möglichen Ehefrauen meinen treuen Matrosen Heiko ab. Näheres folgt, aber bis ierhin wollte ich es immerhin schon der Weltöffentlichkeit präsentieren.

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Montag, 30. Juli 2012


Ostfriesland -Frankreich (Vogesenkanal, Saone, Doubs) und zurück


Teil VI - Auf dem Doubs



Montag, 23.07.2012 Wiesmoor – St.Jean de Losne Wetter von Nord nach Süd strahlend blauer Himmel.



Zurück nach vier Wochen „Pause“ zu Hause. Elkes Rücken ist auskuriert. Die Eisenbahn

 hat uns in tatsächlich unter 11 Stunden von Leer (ab 6:58) über Basel und mit dem TGV nach Dijon (an 17:58) gebracht und von dort mit der Regionalbahn nach St.Jean de Losne. (an 19:15). Vom dortigen Bahnhof (das dort ein Taxi stehen könnte ist nach Erfahrung der Örtlichkeiten Illusion) zu Fuß noch 20 Minuten mit 2 Rücksäcken und einer Tasche und wir waren auf unserem Schiff. Das befand sich wohlauf, etwas eingestaubt, und mit vielen ungebetenen Bewohnern aus der Spinnenwelt.
Hat uns nicht interessiert. Das Gepäck ausgeräumt, ein kurzes Duscherchen und zu Fuß zum nächst gelegenen Restaurant „L'Amiral“. Der Admiral bewältigte mit seinem Sohn am lauen Sommerabend mit guter Laune und noch besserem Menu viele einheimische und fremde Gäste. Nach drei Gängen incl. Üppigem Eisbecher (Elke) und großzügiger Käseplatte (Till) - wie früher, Platte mit riesieger Auswahl hingestellt, „servez vous“ - konnten wir kaum noch unsere Bäuche zum Schiff tragen. Plumps, in die Kojen gegen 23:30. Ein langer Tag (aufstehen 4:50) ist geschafft .


Dienstag, 24.07.2012 Putztag und Einkaufen in St.Jean

Wetter bestens, gut warm

Man glaubt nicht, wieviel Staub in vier Wochen sich auf und in einem Schiff ansammeln kann, vor allem in Verbindung mit vielen emsigen, kleinen und großen Spinnentieren. Elke putzt innen, ich außen in Badehose mit Wasserschlauch und Bürste, dabei kann man sich immer mal wieder kühlen



Mittwoch 25.07.2012 St.Jean via Kanal Rhone au Rhin nach Dôle.



Donnerstag, 26.07.2012 Dôle – Ranchot

blau, heiß


Freitag,27.07.2012 Ranchot – Thoraise

blau, sehr heiß, in der Nacht Gewitter

Samstag,28.07.2012 Thoraise – Besançon
morgens nach Gewitter noch Regen, dann zunehmende Aufheiterung, angenehm kühl

Trotz leichtem Regen will ich mit dem Fahrrad zum Bäcker fahren und biete den hilfreichen Bootsnachbarn an, Baguette mitzubringen. Ich setze mich auf mein Rennrad und -rumms- die Kette ab. Beim Umwerfer der Gangschaltung ist hinten ein Schräubchen verloren gegangen (wahrscheinlich beim gestrigen Reifenflicken) und damit fiel ein Führungsrad ab. Das habe ich gottseidank noch im Gras gefunden. Tja, ich hatte ja nun Brot holen versprochen, also, Elkes Fahrrad von Deck balanciert, das seit Beginn unserer Reise noch nie benutzt wurde und nur brav Sonne, Wind und Regen ungeschützt auf dem Vordeck abgewettert hatte, aufgepumpt und über Berg und Tal wie gestern ins übernächste Dorf und erfolgreich mit dem Rucksack voller Brot zurückgekehrt.
Das Ablegen wird spannend. Die gestern vom Schiffsnachbarn geliehene Planke haben wir zurückgegeben. Wie gestern wollten unsere Belgier schon früh los. Die Leinen hatten wir schon so vorbereitet, daß wir sie vom Boot aus loswerfen konnten. Als ich jedoch den Gang einlege, passiert...nichts, nichts außer großen Schlammaufgewühle und das feine Klinkern von Kies an unserer Schraube. Offenkundig hatte sich unser Schiff -so wie wir es ans Ufer gezerrt haben- dort eingegraben. Drücken mit dem Bootshaken half auch nichts. Aber schließlich mit Fahrt zurück, Fahrt voraus, Bugstrahlruder abwechselnd Steuerbord und Backbord und auf dem Boot von einer Seite auf die andere gehen und so Gewicht verlagern löst sich unser Dampfer.

Inzwischen ist es trocken und ebenso haben wir den Tunnel von Thoraise durchfahren, der nämlich ein Kunsttunnel ist mit – künstlichen – Wasserfällen bei Ein- und Ausfahrt, die aber nach Drücken der Schleusenfernbedienung bzw. bei Annäherung brav ihr Tun unterbrechen und so die Schiffer trocken passieren lassen. Im Tunnel selbst sind die Decken mit Lichterketten überzogen, die wie Lichtreflexionen sonnenbeschienen Wassers wirken und teilweise durch Auskleidung der Tunneldecke mit Plastikspiegeln noch verstärkt werden.


Tunnel Thoraise mit Lichtkunst

Zwei Schleusen vor Besançon erscheint wie eine Oase in der Wüste am Treidelpfad eine Fahrradwerkstatt – nein, keine Fata Morgana - und der gütige Himmel beschert nur 100 Meter entfernt eine Anlegestelle, an der zwar bereits ein Boot liegt, der freundliche Schiffer aber Längsseitsgehen gern gestattet.
Das Fahrrad über das andere Schiff an Land getragen, bis zur Werkstatt geschoben. Der Besitzer grummelt auf die Frage, ob er mir bei meinem Kettenproblem helfen könnte, „je suis réparateur des byciclettes“, macht sich an die Arbeit mit hochgezogenen Augenbrauen ob des Allgemeinzustandes meines Rades, läßt sich aber besänftigen durch den Hinweis, daß ich mir bewußt bin, daß mein Rad ein „vie très dure“ hat, es sich aber um das Bordfahrrad handelt für überlebenswichtige Besorgungen wie z.B. das Kaufen von „Pain“. In weniger als einer Viertelstunde ist er fertig, ich kaufe noch einen neuen Schlauch bei ihm und muß die sagenhafte Summe von 11,20 € bezahlen. Daß er keine 1/8-Zoll Nuß hat, die ich für die Schrauben an unserem Verdeck brauche und welchselbe mir vor einigen Tagen abgebrochen ist, kann man ihm nicht übel nehmen, wer hat sowas schon. In Deutschland hatte ich mir das Teil auch nur übers Internet bestellen und nicht bei meinem geliebten Bau- und Heimwerkermarkt kaufen können.
Ganz so zufällig ist das mit der Fahrradwerkstatt nicht, denn der Treidelpfad längs des Rhone-Rhein-Kanals ist als Bestandteil des europäischen Radwanderweges Nantes – Budapest aufwendig zu einem bestens asphaltierten Fahrradweg ausgebaut und wird kräftig von Radlern aller Art genutzt.
Nach der glücklichen Radreparatur meistern wir noch zwei Schleusen und biegen in die Schleife des Doubs ein, die derselbe um das damit schon seit Gallierzeiten verteidigungsgünstig und malerisch gelegene Besançon legt. Man könnte auch dem Kanal folgen und die Schleife mittels eines Tunnels unter zitadellenbekröntem Bergrücken abschneiden. Das wäre aber ja nur der halbe Spaß.
Außerdem hätten wir dann ein Abenteuer weniger erlebt. Nämlich nähern wir uns auf dieser Doubs-Schleife einer größeren Baustelle an einer offenkundig abgerissenen Brücke (in Besançon wird die halbe Stadt zwecks Neuinstallation einer Straßenbahn umgebaut) und an ihrer Statt spannt sich eine kühne Bretterkonstruktion offenkundig für die Bauarbeiten über den Fluß.

Da wir wegen der in der Karte angekündigten generell geringen Wassertiefe sowieso vorsichtig fahren, entdecken wir am Rande des Gewässers auf dem gesperrten Fußweg vor der Brücke ein Schild mit rot-weiß-rotem Streifen, für die Schifffahrt bedeutet das „gesperrt“. Aber erst hier? So am Rand? Warum nicht schon vorher bei der Tunneleinfahrt, damit man gar nicht erst hier lang fährt? Da Samstag ist, ist auch kein Bauarbeiter zu sehen. Hmm? Die Behelfsbrücke scheint hoch genug, ob da noch Trümmer vom Brückenabriß im Bach liegen? Langsam, mit stetem Blick auf's Echolot mogeln wir uns durch und alles geht gut, später an unserer Anlegestelle sehen wir, daß die Ausflugsboote alle ihre Routen geändert haben und hören wir vom dortigen Bootsverleiher, daß er alle seine Kunden instruiert, nicht in Richtung besagter Baustelle zu fahren, da gesperrt. Aber wir treffen an unserem Liegeplatz wieder auf unsere „Mitfahrer“ der letzten beiden Tage und die sind ebenso wie andere, später eintreffende Boote auch dort durch gefahren, haben noch nicht einmal das Schild bemerkt.
Ja, manchmal sind unsere inzwischen teilweise sehr preußisch gewordenen Franzosen doch noch sehr lässig. Da steht ein Schild „gesperrt“ und fertig. In Deutschland hätten dort wahrscheinlich schon kilometerweit vorher 20 Schilder gestanden.
Am Nachmittag Rundgang durch diese sehnswerte Stadt u.a. mit einem eindrucksvollen Renaissance-Palais mit schönem Innenhof, an welches sich ein typisch französischer kleiner Park mit großen schattenspendenden Platanen, einem Pavillon fürs Kurorchester und Cafés anschließt.


Sonntag, 29.07.2012 Besançon Liegetag

nächtlich zwei Schauer, morgens grau, zunehmend heiter



Montag, 30.07.2012 Besançon – Deluz

grau-blau, kühler Wind, 20°, nachmittags Sonne und wieder warm


Dienstag, 31.07.2012 Deluz – Baume-les-Dames

blau, einzelne Wolken, sehr warm


Mittwoch, 01.08.2012 Baume-les-Dames – Pompierre-sur-Doubs (Schleuse 31)

blau, heiß, nachmittags Durchzug dunkle Wolken, dann wieder blau, abends Gewitter

Schon am Morgen ist es super warm, unser Schiff lag zum Glück bis ca. 09:00 Uhr im Schatten des Gebäudes der „Capitainerie“. Dennoch haben wir unter Deck gefrühstückt. Heute wollten einige Schleusen nicht hinter uns die Tore schließen, aber wiederholtes Anheben der blauen Stange, manchmal in Verbindung mit Abdecken der Fotozelle an der Schleuseneinfahrt half.

Da brauchts einen gelenkigen Schiffsführer: runter vom Boot, über glitschige Leiter in der Schleuse nach oben, vorne ´rum über die Schleusentore auf die andere Seite, zurück zum talseitigen Schleusenkopf, auf den Bauch gelegt, um an Fotozelle heranzukommen oder dortige Leiter heruntergeklettert, Hand vor die Fotozelle, einundzwanzig, zweiundzwanzig, wieder hoch, blaue Stange anheben – passiert was? Ja? Dann wieder über Leiter auf’s Boot, und weiter geht’s’s. Nein? Dann zur Sprechanlage, Sprechknopf drücken, warten, bis sich der Monsieur von irgendeiner Zentrale meldet, in fließendem Französisch etwas sagen wie: nous sommes à l’Ecluse Nr. sowieso, lÉcluse ne marche pas, oder für Fortgeschrittene genauere Ursache, les ports ne ferment pas. Dann sagt der Monsieur etwas von attendre, und tatsächlich, meist in weniger als 15 Minuten ist der Renault mit dem VNF- Zeichen (Voies Navigeables de France) da. Der Meister geht - meist kommentarlos – in das Schleusenhäuschen, drückt ein paar Knöpfe – et voilá – die Schleuse funktioniert wieder.


Gegen 14:00 Uhr nach durchfahren einer weiteren schönen Flußschleife erreichen wir die Schleuse Nr.31, die Fernbedienung gedrückt, aber es tut sich erst mal nichts. Wir steuern den Anleger vor der Schleuse an und sehen jetzt, daß schon ein Boot vor uns in der Schleuse ist und diese deswegen ihr rotes Licht beibehalten hat.

Also Leute, wir liegen schön am Anleger, der Planet brennt (wie der Sachse sagt). Sollen wir noch weiter? Nein! Also Schluß für heute nach vier Schleusen und immerhin 21 KM.
Für den Fall, daß es keinen Bäcker gibt (es gab keinen) und kein Restaurant (gab’s schon gar nicht) sind wir gerüstet. Kein Wasser stört uns nicht (wir haben gerade erst aufgetankt) und kein Strom schon gar nicht. Die erste Schiffsreise ohne Stromprobleme!


Wir haben nämlich umgerüstet. Den Gasherd und den Gas/12Volt-Kühlschrank rausgeschmissen, einen 2-Platten Induktionsherd mit 220 Volt Anschluß und bei der stärksten Platte mit 1.800 Watt installiert. Der ist super, Wasser kocht in 3 Minuten und den Strom holen wir aus der Steckdose. Na ja, hinter der Steckdose war dann auch noch etwas nötig. Es gibt jetzt 2 dicke 12 Volt Batterien á 250 Ah und einen Victron Multiplus Compact 2.000 für den Strom an Bord. Der Multiplus ist ein Wechselrichter, der aus den 12 Volt der Batterien vernünftigen 220 Volt Wechselstrom macht bis zu einer Stärke von 2.000 Watt. Nebenbei ist er noch Ladegerät oder bei schwachem Landstrom Netzstromverstärker.
Und diese Konstellation hat sich auf der ganzen Reise bewährt, unsere normale 50 Ampere Lichtmaschine hat trotz der skeptischen Mienen der Elektriker die Batterien immer gut voll gehalten. Außer für unseren normalen (sparsamen, 0,36 Kwh/Tag) Haushaltskühlschrank, ein bißchen Kaffemaschine morgens, wenig Licht (ist ja doch um die Jahreszeit lange hell), dann und wann mal Föhn oder Staubsauger, selten Fernsehen und mal ein bißchen kochen, brauchen wir auch wenig Strom und liegen doch meist an Plätzen mit Landstromversorgung. Zur Sicherheit haben wir noch einen kleinen 2 KW Generator (nie gebraucht) und einen Gasgrill mit. Also auch mehrtägige Schleusensperrungen oder andere widrige Umstände können uns nun nicht mehr schrecken.


Entschieden: wir bleiben. Es ist zwar sehr heiß und zunehmend drückend, aber unter unserem schattenspendenden Verdeck geht doch ab und an ein kühlendes Lüftchen, sodaß wir Muße haben, überraschende Angel- bzw. Anglerbeobachtungen zu machen.

Über Angler in Frankreich könnte man Serien von Bildern machen, die in der Regel mein fest gefügtes Bild bestärkten:
Das Ziel des französischen Anglers ist nicht das Fischefangen, sondern der gutgelaunte kontemplative Blick auf das Wasser, sei es in stiller Natur oder unterhalb einer dröhnenden Schnellstraße, an Land auf kunstvoll errichteten Plattformen am Ufer, im Wasser mit Stiefeln oder in vor sich hindümpelnden Böotchen, allein oder zu mehreren, komplett ausgerüstet mit zahlreichen Angeln unterschiedlichster Art und Größe, mit Kisten, Kästen, Körben, Netzen, Zelten oder gut gelaunt pfeifend nur mit einer simplen Angel und sonst nichts, mit der man gerade auf dem Velo Solex angetuckert kam.
Nach unserem weisen Beschluß, liegen zu bleiben, konnten wir nun den Nachmittag Zeugen eines seltsamen Ereignisses am Ufer sein. Dort waren schon zwei von den beschriebenen, gemütsfrohen, gering ausgerüsteten Anglern bei ihrer landestypischen Tätigkeit, als ein Auto angebraust kam, dem ein jüngerer Mann entsprang und hektisch seine umfangreiche Ausrüstung in mehreren Gängen zum vorher ausgesuchten Platz am Ufer schaffte und dann -schweißüberströmt in sengender Sonne – alles sorgsam aufbaute, die sinnreiche Kiste mit zahlreichen Schubladen für die unterschiedlichsten Angelhaken, auf der man auch dann Platz nahm, neben sich verschiedene Angeln und Bottiche, sorgsam vorher mit Wasser gefüllt. Endlich war alles aufgebaut, der Mann nahm Platz, warf seine Angel aus und …zündete sich eine Zigarette an. Nun, wenn man vom hektischen Beginn und den umfangreichen Vorbereitungen einmal absah, schien nun sich Entspannung einzustellen, der gemütliche Teil zu beginnen.
Irritierend war aber gleich schon der stierende Blick ins Wasser und dann, nach kaum drei Minuten, zuckte der Hektiker mit der Angel hoch, kurbelte die Leine ein, zuckte noch einmal, die Angel bog sich und tatsächlich, ein ziemlich großer Fisch an der Angel. Wie im Film. Ich habe, glaube ich, noch nie bei meinen zahlreichen Reisen an und durch französische Gewässer von den gefühlt Millionen Anglern jemals einen einen Fisch fangen sehen. Hier nun: zack, eingeholt, Haken aus dem Fischmaul gelöst und hinein in die Reuse im Uferwasser. Die Angel wieder ausgeworfen und erneut das gleiche Schauspiel in kurzer Zeit und wieder und wieder.
Ich habe nicht mehr mitgezählt, aber nach knapp zwei Stunden werden es wohl gut 15 Fische gewesen sein. Alle so um die 8o cm lang, einige größer. Inzwischen hat sich der Himmel bezogen, es sieht nach Gewitter aus. Unser glücklicher Angler, der aber gar nicht glücklich aussah, sondern nur hektisch, packt seine Sachen so nach und nach zusammen wieder ins Auto, nur die Reuse hängt noch im Wasser. Er kehrt ein letztes Mal zurück, holt die Reuse aus dem Wasser und?...wirft die Fische wieder zurück ins Wasser! Eilt zurück ins Auto und braust von dannen.
Mal abgesehen von ethischen Problemen, wat soll dä Quatsch?


Es kommt ein heftiges, aber kurzes Gewitter mit vorherigem und nachherigem tollen Blitzschauspiel. Ein kühles Bier auf dem Achterdeck beschließt den Abend in angenehm abgekühlter Atmosphäre.

Donnerstag, 2. August 2012 Pompierre-su-Doubs – Isle-sur-le-Doubs

bewölkt, zunehmend heiter, angenehmer Wind, 20°

Das gestrige Gewitter hat eine angenehme Abkühlung gebracht und so ist die Fahrt nicht nur wegen des wunderschönen Doubs weiter schön. Heute sind die Schleusen etwas gefügiger, bis zur vorletzten, an der wir erst wegen Gegenverkehr ohne Anlegmöglichkeit herumdümpeln und die sich nach unserer Einfahrt weigert, die Tore zu schließen. Die Fotozellentricks bringen nix, aber auch jetzt eilt der herbeigerufene Eclusier schnell herbei. Es folgt ein gerades Stück Kanal, eine Kurve und dann sieht man schon Isle-sur-le-Doubs. Der Anleger im Städtchen mit Strom und Wasser liegt hinter einer beweglichen Brücke mit Schleuse. Davor kann man aber auch an festmachen. Der Nachteil der vorbeiführenden lauten Straße wird durch den direkt hinter ihr liegenden großen Supermarkt mit Tankstelle wettgemacht und so wird dieser Platz gern zum Kanistertanken genutzt. Wir haben noch, fahren durch Brücke und Schleuse und treffen am Anleger sogar auf einen Deutsch (eher sächsisch) sprechenden veritabelen Schiffsmechaniker, der sich mit seiner Firma (TechImpEx) am gegenüberliegenden Ufer niedergelassen hat und bei dem man auch Zimmer mieten kann. Er kommt auch auf Anruf mit dem Auto vorbei.


Freitag, 3. August 2012 Isle-sur-le-Doubs – Montbéliard

nach Nebelauflösung später heiter bis wolkig, warm

Nun treten die Flußabschnitte zurück, die Kanalstrecken werden länger, bieten aber mit romantischen Landschaften,


Flußdurchquerung,
Der Kanal durchquert den Fluß
pittoresken Dorfdurchfahrten


und Brücken eine Menge Abwechslung
 

bis Montbéliard.


Montbeliard hat auf deutsch den erheiternden, aber ernst gemeinten Namen Mömpelgard, blickt auf eine 400jährige Zugehörigkeit zu Württemberg zurück und gehört erst seit der französischen Revolution zu Frankreich,


bietet ein altfränkisches Stadtbild und


Troisdorfer fühlen sich schnell zu Hause.


Samstag, 4. August 2012 Montbéliard – Montreux-Château

blauer Himmel, heiß, abends und nachts Regen

Vorbei am Abzweigkanal nach Belfort durch



die letzten Schleusen zu Berg können wir erste Blicke auf die Vogesen werfen

und machen um viertel vor Vier fest am hübschen Liegeplatz von Montreux-Chateaux. Dort gibt es Wasser und Strom, wenn man mit den Automaten zurecht kommt, die man vorher am samstags und sonntags nicht besetzten Hafenmeisterhäuschen bedienen muß.



Wir haben beides selbst, gönnen uns ein kühlendes Duscherchen und nachdem die Baumschatten uns erreichen, werfe ich unseren Gasgrill auf einem der hier montierten Picknicktische an.

So, 5. August 2012 - Montreux-Château – Dannemarie


heiter bis wolkig, abends Gewitter mit heftigem Sturm

In Montreux-Château haben wir die Scheitelhaltung des Kanals erreicht und befinden uns nun nach 72 Schleusen und 170 Meter Höhenunterschied auf 320 Meter über dem Meeresspiegel. Heute überqueren wir damit auch die Wasserscheide zwischen den Flußsystemen der Rhone auf der einen und der des Rheines auf der anderen Seite. Bis zum Rhein geht es jetzt über 40 Schleusen und 110 Höhenmeter wieder abwärts.


Schleusenwärter-Mofa

Die folgenden Schleusen sind nicht mehr automatisch, sie werden von mitfahrenden SchleusenwärterInnen bedient, entsprechend muß man sich auch vorher anmelden und Zeiten und Strecke mit den Schleusenwärtern verabreden.

Heute müssen wir relativ früh los, weil wir uns für 09:30 zum Schleusen angemeldet haben, um die Schleusenkette (15 Schleusen auf ungefähr 8 KM) vor Dannemarie zu bewältigen. Kurz vor 12 Uhr machen wir aber schon die Leinen fest in Dannemarie an der Ill. Wir kämen heute auch nicht mehr viel weiter, weil auf der folgenden Strecke bis Muhlhouse nur wenige Liegeplätze sind und man sich auch für diesw Strecke mit den SchleusenwärterInnen genau verabreden muß.
Hafen von Dannemarie

Wir machen uns also einen faulen Nachmittag, ich erkunde noch ein wenig mit dem Fahrrad die Gegend vor allem auch auf Restaurants, einzige Möglichkeit eine Pizzeria (es ist ja Sonntag und da haben französische Lokale, die auf sich halten, abends gewöhnlich zu) im etwas höher gelegenen Ort. Ein Fußmarsch bringt uns dahin, aber noch eine Reihe anderer Leute hatten Hunger und so waren die schönen Plätze draußen alle besetzt, wir mußten uns nach drinnen begeben und auch etwas Geduld aufbringen. Aber nix is esu schläch, dat et nit für irjend jet joot is. Es fing nämlich an zu grummeln und dann regnete es auch kräftig, und wir saßen im Trockenen. Nach dem Essen hatte es aufgehört und wir kamen trocken zurück zum Schiff. Aufmerksame Nachbarn hatten gottseidank unsere Luke über dem Vorschiff zugedrückt, sodaß wir da nicht die befürchtete Überschwemmung hatten.

Aber der abendliche Regenguß war nur der Auftakt. Auf einmal brach ein gewaltiger Sturm los, unmittelbar gefolgt von Wolkenbruch und Blitz und Donner, unsere eher lässige schattenspendende Konstruktion eines Teils des Cabrioverdecks über dem Achterdeck flatterte bedrohlich, der Kapitän und Held des Schiffes mußte als raus in die Wanten und mit aller Kraft das Verdeck halten. Nach drei Stunden, die aber nur 15 Minuten dauerten, beruhigte sich das Wetter, das Verdeck konnte geborgen werden und ich brauchte keine Dusche mehr, Hose und Hemd waren gleich mit gewaschen und geschleudert.


Mo, 6. August 2012 - Dannemarie -Mulhouse

wolkig, mäßig warm, etwas Regen

Wieder, wie gestern schon, geht es weiter im Konvoi mit einem großen schwedischen Segler, der vom Mittelmeer über die Rhone, den Rhein-Rhone- Kanal nun weiter über den Rhein und weitere Kanäle in die Elbe und schließlich über die Ostsee gen Heimat unterwegs war.


Nach vielen Tagen ist es heute mal kühl, grau und manchmal gibt es auch leichten Regen. Wir hatten eigentlich nicht vor, die ganze Strecke bis Mulhouse an einem Tage zu machen, aber die wenigen Liegeplätze an der Strecke haben uns nicht überzeugt. So waren wir denn knapp sieben Stunde unterwegs und haben dabei etwas mehr als 30 Schleusen hinter uns gebracht. Für unsere Reisphilosophie ein bißchen viel, aber nicht anstrengend. Die Strecke ist nicht ganz so idyllisch wie die bisherigen, bietet aber immer wieder weite Ausblicke auf die Vogesen.
Ankunft in Mulhouse


Di, 7. August 2012 - Mulhouse Liegetag

wolkig, zunehmend heiter, angenehme Temperaturen



Mi, 8. August 2012 - Mulhouse-Isle Vogelgruen(Breisach gegenüber)

sonnig, Wind, teilweise kräftig


Do, 9. August 2012 - Fuchshafen/Isle Vogelgruen Liegetag

blau mit Streifenwolken, leichte Brise


Fr, 10. August 2012 - Vogelgruen-Offendorf, Baggersee

blau, einige Wolken, kühler Wind


Sa, 11. August 2012 - Offendorf-Speyer, Floßhafen

strahlend blau, mäßiger Wind


So, 12. August 2012 - Speyer - Mainz, Winterhafen

sonnig, teils kräftiger Wind


Mo, 13. August 2012 - Mainz - Koblenz, WSV Ehrenbreitstein, Pfaffendorf

Wetter bestens


Di, 14. August 2012 - Koblenz - Mondorf, YC Pirat

erst blau, nachmittags dunkle Wolken, aber trocken


Mi, 15. August 2012 - Mondorf Liegetag

abends Gewitter


Do, 16. August 2012 - Mondorf Liegetag

morgens grau, dann Aufheiterung, sehr warm


Fr, 17. August 2012 - Mondorf - Düsseldorf, Zollhafen

blau mit Streifenwolken, heiß


Sa, 18. August 2012 - Düsseldorf - Duisburg, Außenhafen

blau, heiß, teils kräftiger Wind


So, 19. August 2012 - Duisburg - Castrop-Rauxel, AMC

blau, heißester Tag, abends im Schiff 40°, Abkühlg erst gegen morgen mit etwas Regen


Mo, 20. August 2012 - Castrop-Rauxel – Münster-Fuestrup

blau, diesig, etwas Wind, 25°-28°


Di, 21. August 2012 - Fuestrup – Schleuse Altenrheine

blau-grau, angenehme 25 - 29°


Mi, 22. August 2012 - Altenrheine- Haren, neuer Yachthafen


Wolken, Wind, kühl, 21°


Do, 23. August 2012 - Haren - Weener, Pause vor Herbrum

blau mit Streifenwolken, etwas Wind, 22°


Fr, 24. August 2012 - Weener - Wiesmoor, Marcardsmoor

grau, morgens etwas Regen, später trocken



Sonntag, 8. Juli 2012

Ostfriesland - Frankreich und zurück


Unterbrechung -zurück nach Hause


Samstag, 23.Juni 2012, St.Jean de Losne - Troisdorf


warm, blauer Himmel mit einzelnen Wolken

Es geht nicht mehr - seit fast drei Wochen quält sich Elke mit ihrem Rücken, mal gehts bergauf, mal bergab, heute nacht besonders bergab. Sie hat nichts mehr von der Fahrt, wir beschließen nach Hause zu fahren. Nach Telefonaten mit ADAC zum Rücktransport - wäre möglich, aber erst nach Arztbesuch, am Wochenende in einer 1.200-Einwohner-Stadt nicht möglich - beschließen wir, unsere Rückfahrt selbst zu organisieren. Ist auch nicht einfach - Mietwagen gibt es erst im 30 KM entfernten Dijon, grenzüberschreitende Mietwageneinwegfahrten kosten ein Vermögen, da müsste man in eine grenznahe Stadt fahren, dann in Deutschland einen anderen Mietwagen nehmen... Also, ganz schön kompliziert, aber die Rettung kommt in Gestalt unseres Sohnes. Den hatten wir nur angerufen, weil wir bei ihm auf der Rückfahrt Zwischenstation machen wollten, aber er sagt sofort, ich hole Euch. So war's dann auch. Am Nachmittag war er da, und um kurz nach Mitternacht konnten wir uns ein verspätetes Abendbrot beim EmZeeDonalds in Troisdorf Spich holen.
Am nächsten Tag sind wir per Mietwagen zurück nach Wiesmoor  bei 13° und Dauerregen. Unser Schiff haben wir erst mal für vier Wochen bei Monsieur Blanquart geparkt.
Inzwischen - 08.07.2012 - geht es Elke dank ärztlicher Hilfe und Ruhe erheblich besser, das Wetter ist seit einer Woche auch im Norden sommerlich, unser Garten ist schön

und heute waren die Eisenbahntickets zurück nach Frankreich in der Post: am 23.07. gehts wieder zum Schiff...
Bis dann, geneigter Leser!